Licht und Temperatur

Die Wachstumszeit beginnt bei uns im März/April, je nach geografischer Lage (Höhenlage) und endet im Oktober. In dieser Zeit benötigen Kakteen sehr viel Licht, das heißt aber nicht unbedingt volle Sonne. Besonders im Frühjahr sollten Kakteen aus dem Winterquartier (Wohnung, Keller) ins Freie kommen, wobei ein Schutz vor Verbrennungen unbedingt notwendig ist. Da es für Pflanzen keine Sonnenschutzcreme gibt, deckt man Glashäuser mit einer Schattierungsfolie ab, einzelne Pflanzen in der Mittagszeit mit Seidenpapier. Auch Kakteen müssen sich, so wie Menschen, langsam an die Sonne gewöhnen.

Licht und Wärme sind für die Pflanzen sehr wichtig. In der Photosynthese erzeugen die Pflanzen Kohlenhydrate mit Hilfe des Sonnenlichts und des Blattgrüns (Chlorophyll) aus dem Kohlendioxid der Luft und aus dem Wasser im Boden. Die Kohlenhydrate werden für ein gesundes Wachstum benötigt, und dienen zur Energiegewinnung. Aber erst beim Erreichen einer bestimmten Temperatur, die zwischen 10 und 15°C liegt, kommen die Lebensvorgänge in Schwung, und die Kakteen beginnen zu wachsen.

Sieht man einmal von den epiphytischen Kakteen ab, wachsen Kakteen an sehr hellen Standorten, und werden allenfalls leicht durch die benachbarten Pflanzen beschattet. Vor zu hohen Sonneneinstrahlungen schützen sich die Kakteen auf unterschiedlichste Weise. Einige Kakteen, die aus schattenlosen Wüsten oder Steppen wie Nord-Chile stammen, besitzen eine wachsartige, bereifte Oberfläche die als Sonnenschutz fungiert, bei anderen Gattungen bilden extrem dichte Bestachelungen einen Lichtschutz. Bei anderen Kakteen wiederum ist die Oberfläche so gestaltet, um durch ihre Form (z.B. enge Lamellen) die Pflanze zu schützen.

Das Fehlen der erforderlichen Lichtmenge bedingt bei Kakteen auf Dauer eine hellgrüne Epidermis (Oberfläche) und ein abartiges Längenwachstum, das als »Vergeilen« bezeichnet wird.

In der Ruhezeit von November bis Februar benötigen die meisten Kakteen weniger Licht und tolerieren einen etwas dunkleren Standort, allerdings bei absoluter Trockenheit und nicht zu hohen Temperaturen. Völlige Dunkelheit ist immer zu vermeiden! Beim Ausräumen der Kakteen im Frühjahr aus einem dunklem Winterstand in den hellen Sommerstand ist eine langsame Gewöhnung an das volle Sonnenlicht erforderlich, ansonsten kommt es an den Pflanzen leicht zu Verbrennungen im Scheitelbereich. Die dadurch zerstörten Oberflächen können nicht wieder abgebaut werden und führen im schlimmsten Fall zum Verlust der Pflanze.

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Nicht nur die Intensität (Bestrahlungsstärke), sondern auch die Zusammensetzung des Lichtes ist von Bedeutung für das optimale Gedeihen der Kakteen. Während den Kakteen an den Heimatstandorten das volle Spektrum des Lichts zur Verfügung steht, ist dieses unter unseren Kulturbedingungen meist nicht möglich. Hochgebirgskakteen, die in ihrer Heimat starkem Ultraviolett-Licht ausgesetzt sind, benötigen diese auch in Kultur (ungefiltertes Sonnenlicht). Wenn möglich, ist ein geschützter, freier Standort im Sommer anzuraten. Von der Sonneneinstrahlung im Herbst hängen überwiegend die Abhärtung der Pflanzen, die Ausprägung der Bestachelung ebenso wie der Blütenansatz für das kommende Frühjahr ab. Schattierungen sind im Herbst zu vermeiden, um den Pflanzen soviel Licht wie noch möglich zu verschaffen.

Es ist wichtig, die Temperaturen einzuhalten, die die Pflanzen gewöhnt sind. Man möchte zunächst meinen, dass Kakteen aus so unterschiedlichen Herkunftsgebieten, wie den chilenischen Anden und Mexiko bzw. Nordamerika, nicht gemeinsam in einer Sammlung kultiviert werden können. Jahrzentelange Kulturerfahrungen haben aber bewiesen, daß sich Kakteen an veränderte Kulturbedingungen anpassen können. So können die meisten Kakteenarten unter einheitlichen Kulturbedingungen und bei einer mittleren Temperatur gepflegt werden. Diese besonders günstigsten Durchschnittstemperaturen haben sich für den Sommer mit 20 bis 35°C an sonnigen Tagen und 15 bis 25°C an Tagen mit bedecktem Himmel ergeben. tropische Tieflandkakteen, etwa aus den heißen Gebieten der Karibik, Brasiliens oder Mittelamerikas, wünschen eher die höheren Temperaturen. Diese Pflanzen können bei Wintertemperaturen unter 15°C bereits Schaden nehmen. Die Nachttemperatur sollte dabei weiter absinken können. Als Überwinterungstemparaturen haben sich 5-12°C (Pflanzen aus Mexiko und Nordamerika) bzw. 12-15°C (20°C) (Pflanzen aus Südamerika) als geeignet erwiesen.

Sämtliche angegebenen Temperaturen sind im Schatten zu messen. Die Temperaturen in der prallen Sonne liegen mindestens 10 Grad höher.
Dagegen wollen Kakteen aus den Anden oder aus höheren Lagen Mexikos zwar sehr hell, aber nicht unbedingt extrem heiß kultiviert werden. Hier ist eine ausreichende Lüftung vorzusehen, denn bei gleichbleibender Hitze kümmern diese Kakteen. Starke Unterschiede zwischen der Tages- und der Nachttemperatur sind günstig für sie. In der Überwinterung überstehen viele dieser aus hochgelegenen Regionen stammenden Kakteen, wenn sie trocken stehen, auch leichte Fröste.

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