Einige wichtige Informationen zu den häufigsten Schadfaktoren...           

Tierische Schädlinge:

 

Rote Spinne:

Allgemeines: Der Name ’Rote Spinne’ ist irreführend, da es sich hierbei um die rote Spinnmilbe handelt.

Diese ist aufgrund ihrer Größe von nur etwa 0,2mm ohne Zuhilfenahme einer Lupe kaum zu erkennen und zählt zu den wohl gefürchtetsten Schädlingen.

Besonders gut und rasch vermehrt sie sich bei trockener Luft und zerstört dann durch Anstechen der Zellen die oberflächlichen Gewebeschichten, wodurch eine Braunfärbung dieser eintritt. Der Befall beginnt zuerst an den Stellen des Neutriebs.

In unseren Breiten kommt die rote Spinnmilbe den Sommer über auch im Freien vor (v.a. auf Pappeln, Linden, Gurken und Bohnen), wodurch ein Befall durch Zuflug vorkommen kann.

Besonders gerne werden weichfleischige Kakteen besiedelt, wie z.B. Chamaecereus sylvestrii, Mammillaria longimamma, div. Coryphanten und Rebutien, aber auch andere.

Symptome: Anzeichen für einen Befall sind ein silbergrau erscheinender Schimmer sowie später rostrote Flecken auf der Oberfläche der grünen Pflanzenkörper. Man erkennt einen Befall meist erst dann, wenn die Pflanze schon stark geschädigt ist.

Bekämpfung: Bei diesem Schädling sind sofortige Bekämpfungsmaßnahmen notwendig, die durch wiederholte Spritzungen mit speziellen Akariziden erfolgen sollten.

Vorbeugen kann man durch gelegentliches Nebeln der Pflanzen, da so kurzzeitig für feuchtere Luft gesorgt wird, wo sich die Milben nicht wohl fühlen.

                 

Woll- oder Schmierlaus:

Allgemeines: In der Gestalt ähnelt die Wolllaus einer Kellerassel und erreicht eine Größe von 1-3mm. Die Farbe dieses Insekts ist rosa bis braun, jedoch ist der Körper von einer Schicht aus mehligen, weißen Wachsausscheidungen umgeben. Im Gegensatz zu den Schildläusen sind sie zeitlebens frei beweglich. Die Eier werden an schwer zugänglichen Stellen in weißen Gespinsten abgelegt, welche kleinen Wattebauschen ähnlich schauen.

Symptome: Bei leichtem Befall zeigen die Pflanzen zunächst allenfalls leichte Wachstumsstockungen. Wird diesem nicht entgegen gewirkt, so bilden sie bald ganze Kolonien von Nestern an den unzugänglichsten Stellen und dem Sprossscheitel der Pflanze. Diese Nester sind bei den dichtbewollten Arten (viele Mammillarien) leicht mit der in den Axillen gebildeten Wolle zu verwechseln. Bei massivem Auftreten kommt es zur Schädigung der oberen Zellschichten, einer Schwächung der Pflanzen sowie schließlich zum Absterben.

Bekämpfung: Bei leichtem Befall genügt das Entfernen mit der Hand und nachfolgend eine chemische Bekämpfung, damit auch die Nester vernichtet werden. Bei stärkerem Befall empfiehlt sich die Verwendung von systemischen Präparaten. Es ist von Vorteil, dem Spritzmittel ein bis zwei Tropfen Geschirrspülmittel zuzugeben, wodurch die wachsbeschichteten Oberflächen besser benetzt werden.               

             

Schildläuse:

Allgemeines: Diese Tiere erreichen einen Durchmesser von 1-3mm und sind in der Jugendphase recht beweglich. Im Alter sitzen sie unter einem runden Schild auf der Pflanze fest, unter welchem sie sich geschützt enorm vermehren können. Wenn die Eier abgelegt wurden – meist sind es mehrere hundert – stirbt das Weibchen ab und unter dem verbleibenden Schild schlüpfen die Jungtiere. Besiedelt wird bevorzugt der Neutrieb der Pflanzen.

Symptome: entsprechen im Wesentlichen jenen der Woll- und Schmierlaus. Bekämpfung: Es empfiehlt sich auch hier die Schädlinge von Hand zu entfernen und anschließend eine chemische Bekämpfung durchzuführen. Die Zugabe von ein bis zwei Tropfen Geschirrspülmittel ist aufgrund der besseren Benetzung der wachsbeschichteten Oberflächen empfehlenswert.

                             

Wurzelläuse:

Allgemeines: Sie sind den Wollläusen sehr ähnlich und reinweiß. Die Bekämpfung ist recht schwierig, da die Tierchen von oben unentdeckt an den Wurzeln und am Wurzelhals sitzen und so erst relativ spät entdeckt werden. Dort bilden sie regelrechte Nester aus weißen, wolligen Ausscheidungen.

Symptome: Erste Anzeichen für die Schädigung durch Wurzelläuse sind Einstellen des Wachstums und Schwächung der gesamten Pflanze. Weiter bekommt die Pflanze ein fahles Aussehen und stirbt schließlich oft ab. Zudem werden Pilzerkrankungen durch die Schädigung der Wurzeln begünstigt.

Bekämpfung: Bekämpfen lassen sie sich durch Entfernen des Substrates und Tauchen der Pflanzen in ein entsprechendes Präparat oder den Einsatz systemischer Insektizide.

              

Nematoden:

Allgemeines: Nematoden oder Wurzelälchen, wie sie noch genannt werden, sind die gefährlichsten und sehr schwierig zu bekämpfende Schadinsekten. Die Ausbreitung wird durch Feuchtigkeit begünstigt.

Unterschieden werden hier 3 Gruppen dieser Organismen:

   Wurzelgallenälchen:

Die Larven haben eine Größe von ca. 0,5mm und bohren sich in die Wurzeln ein. Im Inneren schädigen sie die Pflanzen durch die Saugtätigkeit und durch Ausscheidungen der Speicheldrüsen werden gallenartige Verdickungen verursacht. Diese Gallen können die Größe einer Walnuss erreichen, in seltenen Fällen auch deutlich größer werden.

Befallene Wurzeln sind nicht mehr fähig Wasser und Nährstoffe aufzunehmen und zu transportieren und sterben mitsamt den älteren Gallen ab. Diese zerfallen und setzen so die Eier ins Erdreich frei, wodurch die Nematoden wieder weiter verbreitet werden.

   Wurzelälchen mit freier Zystenbildung:

Diese Gruppe lebt gleichfalls in den Wurzeln, sprengt jedoch die Wurzelrinde und die weiblichen Tiere haften dann als zitronenförmige Zysten an der Außenseite der Wurzeln.

Es handelt sich hierbei um die bei Kakteen und anderen Sukkulenten am häufigsten vorkommende Gruppe.

   Freilebende Nematoden:

Sie setzen sich nicht an bestimmten Teilen der Pflanzen fest sondern befinden sich ständig in Bewegung.

Die Vermehrung geht sehr rasch vor sich. Wenn die Lebensbedingungen ungünstig werden, so können sich die Larven in einen Ruhezustand begeben und so Monate und teilweise sogar Jahre überdauern.

Die Verbreitung erfolgt nur über kurze Strecken durch Eigenbewegungen und Verschwemmen mit Wasser. Ausbreitung über weite Strecken wird meist durch unachtsamen Umgang mit befallenem Material verursacht.

Symptome: Wachstumsstörungen und fahles Aussehen sind Anzeichen für eine Schädigung durch Nematoden. Der Befall wird jedoch meist erst dann erkannt, wenn das Wurzelsystem schon stark geschädigt ist.

Bekämpfung: Zuerst muss versucht werden, den Nematodenbefall einzudämmen. Dies kann nur durch äußerste Hygiene geschehen. Töpfe Tische, Arbeitsutensilien und andere Gerätschaften müssen desinfiziert werden. Am einfachsten geschieht dies bei hitzebeständigen Materialien durch Abkochen.

Weiter werden beim Umtopfen alle stark befallenen Wurzelteile entfernt. Oft müssen die Pflanzen danach neu bewurzelt werden, da keine Wurzel übrig bleibt. Die weitere Behandlung kann mit speziellen Präparaten erfolgen, jedoch ist die Bekämpfung auch dann eines der schwersten Unterfangen.                            

             

Trauermücken:

Allgemeines: Es handelt sich hierbei um schwärzliche, 3 – 5mm lange Insekten, welche ihre Eier in Humus und sich zersetzende Stoffe ablegen.

Gefährlich sind hier die Larven v.a. für Sämlinge, da sie durch Fraß an den Wurzeln und den jungen Pflanzenkörpern diese schädigen und zum Absterben bringen können. Weiter bieten diese Fraßstellen Eindringungsmöglichkeiten für diverse Pilzerkrankungen (oft Fusariumfäule).

Die Larven haben eine Länge von etwa 6mm, sind durchscheinend weißlich und besitzen einen schwarzen Kopf.

Symptome: Glasig werden von Sämlingen, sowie Wachstumsstörungen an älteren Pflanzen.

Bekämpfung: Vorbeugen durch Verwendung humusarmer bzw. –loser Aussaatsubstrate.

Insektizidanwendung bei starkem Auftreten, jedoch sind Sämlinge sehr empfindlich gegenüber chemischen Präparaten.

Verwendung von Gelbtafeln aus dem Obst- und Gemüsebau, die dort zur Bekämpfung von Weißer Fliege und Trauermücke verwendet werden.

               

                    

Nicht gerade schädlich, jedoch lästige Zeitgenossen:

Blattläuse:

Sie treten häufig an den Blütenknospen der Gattung Epiphyllum, an Pereskia und anderen blatttragenden Arten auf.

Die Bekämpfung ist mit schwach giftigen Insektiziden recht einfach, jedoch darf keinesfalls auf geöffnete Blüten gesprüht werden, da die Blütenpracht Schaden nehmen würde.

Kellerasseln:

Diese Krebstiere ernähren sich hauptsächlich von faulenden und sich zersetzenden Stoffen, jedoch werden auch zarte Triebe nicht verschmäht. Man kann ausgehöhlte Kartoffeln oder Blumenübertöpfe auslegen (mit der hohlen Seite nach unten) und die sich darunter sammelnden Tiere entfernen.

Nacktschnecken:

Sie machen sich meist über Sämlinge, Blüten und zarte Triebe her. Die Bekämpfung erfolgt im Allgemeinen mit handelsüblichen Schneckenkorn oder durch Absammeln der Tiere.

Ameisen:

Diese können eher als „Lästlinge“ bezeichnet werden, da sie reife Kakteenfrüchte und –samen verschleppen und beim Nestbau kleine Pflanzen regelrecht begraben können. Im Handel gibt es zahlreiche Ameisenköder und –gifte, mit denen man einer Plage Herr werden kann.

Mäuse:

Werden ebenfalls hauptsächlich durch Fressen der Früchte und Samen lästig, können aber leicht durch Mausefallen und Mäusegifte bekämpft werden.

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